Google Ads Remarketing & Retargeting: Besucher zurückgewinnen und Conversions steigern
Du kennst das Szenario: Ein potenzieller Kunde besucht deine Website, sieht sich dein Angebot an – und verschwindet wieder, ohne zu konvertieren. Studien zeigen, dass durchschnittlich 96–98 % der Erstbesucher eine Website verlassen, ohne eine gewünschte Aktion durchzuführen. Genau hier setzt Google Ads Remarketing an. Mit der richtigen Strategie kannst du diese Besucher gezielt wieder ansprechen und deine Conversion-Rate erheblich steigern.
Was ist Remarketing – und warum ist es so effektiv?
Remarketing (manchmal auch Retargeting genannt) bezeichnet die Praxis, Nutzer, die bereits mit deiner Website oder App interagiert haben, mit gezielten Anzeigen erneut anzusprechen. Technisch gesprochen werden dabei Cookies oder Pixel-Tags eingesetzt, die den Nutzer identifizieren und es ermöglichen, ihm auf anderen Plattformen – etwa im Google Display-Netzwerk oder YouTube – maßgeschneiderte Anzeigen auszuliefern.
Die Effektivität von Remarketing liegt in einem einfachen psychologischen Prinzip: Vertrautheit schafft Vertrauen. Nutzer, die eine Marke bereits kennen, reagieren deutlich positiver auf Werbung als Erstkontakte. Laut Google-Daten klicken Nutzer, die bereits auf einer Website waren, bis zu 10-mal häufiger auf Remarketing-Anzeigen als auf reguläre Display-Werbung.
Remarketing vs. Retargeting: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe werden im deutschsprachigen Raum oft synonym verwendet, bezeichnen jedoch ursprünglich leicht unterschiedliche Konzepte:
- Remarketing bei Google bezieht sich klassischerweise auf E-Mail-basiertes Re-Engagement – also das erneute Ansprechen bestehender Kunden per E-Mail.
- Retargeting bezeichnet das cookie-basierte Wiederfinden von Nutzern auf Drittseiten.
In der Praxis – und in der Google Ads Oberfläche – wird beides unter dem Begriff “Remarketing” zusammengefasst. Für den Einsatz in Google Ads ist die technische Unterscheidung in den meisten Fällen irrelevant.
Wie funktioniert Google Ads Remarketing technisch?
Der Google-Tag (ehemals Remarketing-Tag)
Grundlage jeder Remarketing-Kampagne ist das korrekte Tracking. Dafür wird der Google-Tag (früher: globales Website-Tag oder Remarketing-Tag) auf jeder Seite deiner Website eingebunden – idealerweise über den Google Tag Manager. Dieser Tag speichert Informationen über den Besuch in einem Cookie und fügt den Nutzer zu entsprechenden Zielgruppenlisten hinzu.
Zielgruppenlisten erstellen
In der Google Ads Zielgruppenverwaltung kannst du individuelle Listen erstellen, etwa:
- Alle Website-Besucher der letzten 30 Tage
- Besucher bestimmter Seiten (z. B. Produktseite, Preisseite, Warenkorb)
- Nutzer, die einen Kauf abgebrochen haben (Warenkorb-Abbrecher)
- Bestehende Kunden (via Customer Match)
- Nutzer, die ein bestimmtes Video auf YouTube angesehen haben
Je granularer du segmentierst, desto zielgerichteter – und damit effizienter – wird deine Remarketing-Kampagne.
Die wichtigsten Remarketing-Kampagnentypen in Google Ads
1. Standard-Remarketing (Display)
Der Klassiker: Bildanzeigen werden im Google Display-Netzwerk (über 2 Millionen Websites und Apps) an frühere Besucher ausgespielt. Diese Methode eignet sich hervorragend für Markenbekanntheit und Wiedererkennung. Dank responsiver Displayanzeigen reicht es, Bilder und Texte bereitzustellen – Google optimiert Format und Platzierung automatisch.
2. Dynamisches Remarketing
Besonders wertvoll für E-Commerce: Beim dynamischen Remarketing werden den Nutzern automatisch genau jene Produkte angezeigt, die sie sich auf deiner Website angesehen haben. Die Anzeigeninhalte werden dabei aus einem Produkt-Feed generiert – keine manuelle Anzeigenerstellung notwendig. Das Ergebnis: hochrelevante Werbung, die die Kaufwahrscheinlichkeit deutlich erhöht.
3. RLSA – Remarketing Lists for Search Ads
RLSA kombiniert Suchnetzwerk-Kampagnen mit Remarketing-Logik. Du kannst Gebote für bestimmte Keywords erhöhen oder senken, je nachdem ob der suchende Nutzer bereits deine Website besucht hat. Beispiel: Wer bereits deine Preisseite besucht hat und nun nach deiner Leistung sucht, ist ein heißer Lead – hier lohnt sich ein deutlich höheres Gebot.
4. YouTube-Remarketing
Über Google Ads kannst du auch Nutzer auf YouTube erneut ansprechen – sei es, weil sie deine Website besucht haben, oder weil sie mit deinem YouTube-Kanal interagiert haben. Video-Anzeigen haben eine hohe emotionale Wirkung und eignen sich ideal für erklärungsbedürftige Produkte oder Dienstleistungen.
5. Customer Match
Mit Customer Match lädst du eine Liste von E-Mail-Adressen hoch (z. B. Newsletter-Abonnenten oder Bestandskunden). Google gleicht diese mit angemeldeten Google-Konten ab und erlaubt es dir, diese Personen gezielt anzusprechen – ein leistungsstarkes Tool für Cross-Selling, Upselling und Reaktivierungskampagnen.
Best Practices für erfolgreiche Remarketing-Kampagnen
Frequenzbegrenzung nicht vergessen
Zu häufig ausgespielten Remarketing-Anzeigen erzeugen das Gegenteil des gewünschten Effekts: Sie wirken aufdringlich und schädigen das Markenimage. Eine Frequenzlimitierung von 3–5 Impressionen pro Nutzer und Tag gilt als guter Richtwert für Display-Kampagnen.
Ausschlüsse konsequent einsetzen
Nutzer, die bereits konvertiert haben, sollten aus aktiven Remarketing-Listen ausgeschlossen werden – zumindest vorübergehend. Es wäre ineffizient (und unter Umständen irritierend), jemandem ein Produkt zu bewerben, das er gerade erst gekauft hat. Ausnahme: Cross-Selling-Kampagnen, die bewusst auf Folgekäufe abzielen.
Zielgruppen-Segmentierung ist alles
Eine einzige Remarketing-Zielgruppe für alle Website-Besucher ist zu grob. Segmentiere nach:
- Besuchstiefe (1 Seite vs. mehrere Seiten)
- Besuchter Inhalt (Blog vs. Produktseite vs. Checkout)
- Zeit seit dem Besuch (0–7 Tage, 8–30 Tage, 31–90 Tage)
- Gerät (Mobile vs. Desktop)
Je nach Segment können unterschiedliche Botschaften, Gebote und Budgets sinnvoll sein.
Anzeigenmotive regelmäßig aktualisieren
Ad Fatigue ist real: Nutzer, die dieselbe Anzeige mehrfach sehen, entwickeln eine Art “Sehblindheit”. Wechsle Creatives regelmäßig aus, teste verschiedene Botschaften (Rabattaktion, Social Proof, Produktvorteil) und optimiere auf Basis der Performance-Daten.
Datenschutz und DSGVO beim Remarketing
In der EU – und damit auch in Österreich – ist Remarketing an strenge Datenschutzanforderungen geknüpft. Folgende Punkte sind unbedingt zu beachten:
- Cookie-Consent: Das Setzen von Remarketing-Cookies erfordert die ausdrückliche Einwilligung der Nutzer (Opt-in). Ein rechtskonformes Consent-Management-Tool ist Pflicht.
- Datenschutzerklärung: Die Nutzung von Google Ads Remarketing muss in der Datenschutzerklärung transparent kommuniziert werden.
- Auftragsverarbeitungsvertrag: Mit Google ist ein entsprechender Vertrag abzuschließen.
Wer diese Grundlagen nicht beachtet, riskiert abmahnfähige Datenschutzverstöße – also lieber von Anfang an sauber aufsetzen.
Remarketing-Kennzahlen: So misst du den Erfolg
Für die Erfolgsmessung von Remarketing-Kampagnen sind folgende KPIs besonders relevant:
- ROAS (Return on Ad Spend): Umsatz geteilt durch Werbeausgaben – die Königskennzahl für E-Commerce
- CPA (Cost per Acquisition): Kosten pro Conversion – ideal für Lead-Generierung
- CTR (Click-Through-Rate): Indikator für Anzeigenrelevanz
- View-Through-Conversions: Conversions, die nach dem Sehen (ohne Klick) einer Display-Anzeige stattfanden
- Conversion-Rate nach Segment: Wie gut konvertieren verschiedene Remarketing-Zielgruppen?
Fazit: Remarketing als strategischer Hebel
Google Ads Remarketing ist kein “Nice-to-have”, sondern ein strategisch unverzichtbares Instrument für jedes Unternehmen, das sein digitales Werbebudget effizient einsetzen möchte. Die Kombination aus gezielter Zielgruppenansprache, hoher Kaufwahrscheinlichkeit und vergleichsweise geringen Klickpreisen macht Remarketing zu einem der kosteneffizientesten Kanäle im Performance Marketing.
Entscheidend ist jedoch die richtige Umsetzung: Von der technischen Einrichtung des Trackings über die durchdachte Zielgruppensegmentierung bis hin zur kontinuierlichen Optimierung der Kampagnen gibt es viele Stellschrauben. Wer hier auf Expertise setzt, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Möchtest du Remarketing professionell für dein Unternehmen einsetzen? Im Rahmen unserer Google Ads Betreuung kümmern wir uns um die vollständige Einrichtung, Optimierung und laufende Betreuung deiner Remarketing-Kampagnen – damit kein Besucher dauerhaft verloren geht.

Mein Name ist Max, und ich habe die unglaubliche Gelegenheit, seit über einem Jahrzehnt in der Welt des Online-Marketings und Webdesigns zu arbeiten. Mit 35 Jahren bringe ich eine Fülle von Erfahrung mit, die ich im Laufe meiner Karriere erworben habe. Ich habe mit einigen der bekanntesten Marken der Welt zusammengearbeitet, darunter Redbull, Volkswagen & Hornbach.
